Tuesday 22. May 2012

Inhalt:

Linz: Integrierte Schlaganfallversorgung

vom Akutfall bis zur Reha

Die Versorgung des akuten Schlaganfalles hat sich bei uns in letzter Zeit weiter ausdifferenziert. Vor dem Hintergrund neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und durch die Verfügbarkeit des Perfusions-CT und der CT-Angio können wir nunmehr besser als bisher unter den Patienten mit akutem Schlaganfall diejenigen identifizieren, die von einer Thrombolyse profitieren können.

 

Im Rahmen einer Einzelfallabwägung und neu jetzt auch im Rahmen einer internationalen kontrollierten und randomisierten Studie wenden wir die Thrombolyse auch bei solchen Patienten an, die außerhalb des bisher „klassischen“ 3-Stunden-Zeitfensters nach dem akuten Schlaganfall bei uns einlangen. Hiermit gelingt es, den Anteil der Patienten, die einer Lysetherapie zugeführt werden, zu erhöhen.
Seit 1999 werden unsere Schlaganfallpatienten auf der Schlaganfallstation (stroke unit) behandelt, deren Bettenkapazität in Zukunft im Rahmen der Kooperation mit den Barmherzigen Schwestern auf sechs ansteigen wird.


Durch die moderne extra- und transkranielle Dopplersonographie mit Nutzung verschiedenartiger Kontrastmittel können wir auch weniger häufige Ursachen von Schlaganfall wie z.B. intrakranielle Stenosen sowie Rechts-Links-Shunt auf kardialer und pulmonaler Ebene diagnostizieren. Durch die Liquordiagnostik inkl. dem PCR-basierten Nachweis von Vaskulitis auslösenden Viren (z.B. VZV, HIV) sowie durch die moderne Gerinnungsdiagnostik gelingt der Nachweis von seltenen Schlaganfallursachen wie Hirngefäßvaskulitis und Thrombophilie.


Beim Nachweis extrakranieller Gefäßstenosen stellen wir gemäß dem derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand gewissenhaft die Indikation zur gefäßerweiternden Maßnahme, wobei uns die erfahrene Gefäßchirurgie unseres Hauses sowie das angiographische Stenting durch die radiologische Abteilung zur Verfügung stehen. Die konservative Therapie läuft mit den gängigen Medikamenten; in naher Zukunft werden wir an einer internationalen Studie zu einem neuartigen Thrombozytenaggregationshemmer mit weiteren, bezüglich Arteriosklerose günstigen Eigenschaften teilnehmen.


Nach der Akutphase übernehmen wir die Patienten auf unsere Phase B-Reha. Mit dem Wechsel der Neurologischen Abteilung der Barmherzigen Schwestern zu uns wird die Rehabilitation noch deutlich ausgebaut, und es wird dann auch eine Akutgeriatrie zur Versorgung der Schlaganfallpatienten zur Verfügung stehen.


Im Bewusstsein der Bedeutung der Qualitätssicherung in der Medizin nehmen wir an mehreren Schlaganfallregistern teil und sind aktives Mitglied im Projekt „Integrierte Versorgung Schlaganfall Oberösterreich“.

 

Prim. Univ.-Doz. Dr. Christian Eggers

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